Die Hüftchirurgie

Das Hüftgelenk ist das zweitgrößte Gelenk. Der Oberschenkelknochen (Femur) und das Becken (Pelvis) bilden dabei die knöchernen Gelenkpartner. Die Hüftpfanne des Beckens und der runde Hüftkopf des Oberschenkelknochens, der wie eine Kugel in der Hüftpfanne liegt, sind mit einer glatten Knorpelschicht überzogen. Der Gelenkknorpel als elastisches Gewebe ermöglicht einen reibungsarmen Bewegungsablauf. Umhüllt wird das Hüftgelenk von einer äußerst kräftigen Gelenkkapsel, die dem Gelenk zusammen mit kräftigen Bändern und der umgebenden Muskulatur Stabilität verleiht.

Es gibt verschiedene Erkrankungen des Hüftgelenkes, wie zum Beispiel angeborene Veränderungen des Gelenkes, abgeflachte Hüftpfannen (Hüftdysplasie) oder Hüftkopfnekrose (Absterben eines Teils des Oberschenkelkopfknochens). Eine häufige Erkrankung ist Hüftgelenksarthrose.

 

Welche ist die richtige Hüft-Endoprothese (künstliches Hüftgelenk) für mich?

Die Wahl der passenden Hüft-Endoprothese hängt von den Gegebenheiten im Einzelfall ab, die man bei jedem Patienten sorgfältig analysieren muss. Grundsätzlich gilt: Je mehr Knochen man erhalten kann, umso günstiger ist dies für den Patienten.

Es hat sich folgende „Stufen-Therapie“ (A,B,C,D) in der Hüft-Endoprothetik entwickelt und bewährt:

  • A sog. “Oberflächenersatzprothese”, hier zeigt v.a. die “McMinn”-Prothese (= „BHR“: Birmingham Hip Resurfacing) wissenschaftlich objektiv nachweisbar sehr gute Langzeitresultate.
  • B sog. „BMHR“ (birmingham mid head resection)= Weiterentwicklung der „BHR“ für Hüftarthrosen mit teils zerstörtem Hüftkopf, langfristige Erfahrungen liegen aber noch nicht vor.
  • C sog. „Kurzschaftprothese“ = Weiterentwicklung der „Hüft-Total-Endoprothese“, bei welcher zwar auch der Hüftkopf entfernt werden muss, jedoch mehr Knochen im Vergleich zur „Hüft-Total-Endoprothese“ erhalten werden kann.
  • D sog. „Hüft-Total-Endoprothese“ (Hüft-TEP), hierüber liegen wissenschaftlich objektiv nachweisbar sehr gute Langzeitresultate vor, jedoch mit der Einschränkung: je jünger ein Pat. mit Hüft-TEP umso geringer ist die Langzeithaltbarkeit einer Hüft-TEP.

 

Bei den Hüftendoprothesen spielt die sog. „Gleitpaarung“ eine wichtige Rolle. Die in früheren Jahren übliche „Gleitpaarung“ Metallkopf/Polyethylen-Pfanne ist wegen eines nachweislich schädlichen Polyethylen-Abriebes verlassen worden.

In der wissenschaftlichen Literatur zeigen sich folgende „Gleitpaarungen“ als sehr erfolgreich:

  • „Keramik-Keramik-Gleitpaarung“
  • „Keramik-Polyethylen-Gleitpaarung“
  • „Metall-Metall-Gleitpaarung“

Bei der „BHR“ und „BMHR“ wird eine „Metall-Metall-Gleitpaarung“ verwendet, die wissenschaftlich nachweisbar schon seit über 60 Jahren erfolgreich in der Hüft-Endoprothetik Anwendung findet.

Prof. Winter hat bis heute ca. 5.000 hüftendoprothetische Eingriffe durchgeführt. Davon seit 2005 über 1.000 „Mc-Minn“-Prothesen. Von diesen 1.000 Endoprothesen liegen nach 8 Jahren noch 98,3% ein.