Die Vorfuß- und Sprunggelenkchirurgie

Ein Mensch legt im Laufe seines Lebens im Schnitt über 100 000 km zurück, wobei seine Mobilität entscheidend von der Gesundheit der Füße abhängt. Verletzungen beim Sport, im Beruf oder Alltag, angeborene oder erworbene Fehlstellungen, Systemerkrankungen wie Rheuma oder Diabetes mellitus können diese schwer beeinträchtigen und zu Immobilität führen.

 

Vorfuß

Ein Mensch legt im Laufe seines Lebens im Schnitt über 100 000 km zurück, wobei seine Mobilität entscheidend von der Gesundheit der Füße abhängt. Verletzungen beim Sport, im Beruf oder Alltag, angeborene oder erworbene Fehlstellungen, Systemerkrankungen wie Rheuma oder Diabetes mellitus können diese schwer beeinträchtigen und zu Immobilität führen.

 

Hallux valgus

Die seitliche Abwinkelung der Großzehe im Großzehengrundgelenk ist in den Industrieländern eine der häufigsten Fehlstellungen am Fuß. Dabei weicht die Großzehenbasis zum Fußaußenrand ab. Meist wird dies begleitet von einem Abweichen des 1. Mittelfußknochens zum Fußinnenrand und einem Verdrehen der Großzehe nach innen (Pronation). Besteht die Fehlstellung lange und nimmt im Verlauf zu, so treten meist begleitende Probleme auf, wie Fehlstellungen der übrigen Zehen (Hammerzehen), Schmerzen am Zehenballen (Metatarsalgie) oder Hühneraugen (Hyperkeratosen). Das häufige Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen und spitzer, schmaler Zehenkappe, sowie die Wahl der zu kleinen Schuhgröße ist neben familiärer Veranlagung die Hauptursache für den Hallux valgus.

In den letzten 10 Jahren hat sich die Fußchirurgie rasant entwickelt, wodurch heute erprobte, schonende und sichere Operationen angeboten werden können, die langfristig gute Ergebnisse versprechen. Abhängig vom Grad der Fehlstellung werden in der Winghofer Medicum Plus international etablierte Verfahren angewandt: z.B. Chevron-, Scarf-, Doppelosteotomie am Mittelfußknochen und die Akinosteotomie am Großzehengrundglied. Begleitet werden diese knöchernen Operationen immer von den nötigen Eingriffen an den Weichteilen, Kapselrelease (Durchtrennung von Teilen der Gelenkkapsel) und Sehnenchirurgie.

 

Hallux rigidus (auch Hallux limitus)

Die Abnutzung (Arthrose) am Großzehengrundgelenk bedingt eine Bewegungseinschränkung sowie Schmerzen und wird Hallux rigidus genannt. Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung wird eine Operation durchgeführt:

  • Abtragen der Knochenleisten (Cheilektomie)
  • Lösen des Gelenks (Arthrolyse)
  • Umstellungsoperation des Mittelfußknochens (Youngswick), knöcherne Umstellungsoperation des Großzehengrundgliedes (Akin/Moberg), selten Gelenkversteifung (Arthrodese) oder Kunstgelenk (Prothese)

 

Kapsel-, Band- und Knorpelverletzungen am Sprunggelenk

Verletzungen des Kapsel-Band-Apparates am Außenknöchel sind die häufigsten im Bereich des Fußes und Sprunggelenks. Besonders im Sport, aber auch im Beruf oder Alltag, „knicken“ täglich allein in Deutschland mehrere tausend Menschen um. Als Basisuntersuchung wird in aller Regel eine Röntgenaufnahme des Sprunggelenkes angefertigt, um die Knochen zu beurteilen. Ist eine knöcherne Verletzung ausgeschlossen wird eine Ruhigstellung empfohlen.

Sollten im weiteren Verlauf noch Beschwerden auftreten, muss das Sprunggelenk erneut untersucht werden. Neben einer erfolgten, schlechten Vernarbung der Außenbänder mit daraus resultierender Instabilität des Gelenks können beim Unfall weitere Strukturen geschädigt worden sein. Dazu zählen das Knöchelgabel-Band (Syndesmose) sowie der Knorpel an Sprung- und Schienbein (Flake-Frakture, Osteonecrosis dissecans) oder auch das Innenband. Um diese Verletzungen genau identifizieren und behandeln zu können, empfehlen wir die Durchführung einer Kernspintomographie (MRT) oder weiterer Spezialuntersuchungen.

 

Achillessehnenerkrankungen

Die Achillessehne überträgt als stärkste Sehne des menschlichen Körpers ein Mehrfaches des Körpergewichts vom Unterschenkel über das Sprunggelenk auf die Ferse. Die dabei auftretenden Belastungen hinterlassen oft Spuren in Form von kleinen Verletzungen in der Sehne, die zunächst unbemerkt bleiben können. Daraus kann sich eine Schädigung entwickeln, welche bei einer plötzlichen Anspannung (Sprinten, Springen) zu einem Zerreißen der Sehne führt (Achillessehnenruptur), speziell beim untrainierten Freizeitsportler.

 

Achillessehnenriss

Bei der Operation werden die Sehnennstümpfe vernäht und/oder mit einem Fibrinkleber verklebt. Die Nahtstelle kann zusätzlich mit einer dünnen Sehne, die neben der Achillessehne verläuft, verstärkt werden. Dabei wird die Achillessehne mit dieser Sehne durchflochten oder überdeckt. Der Verlust der dünnen Sehne beeinflusst die Funktionsfähigkeit des Fußes nicht.

Bei älteren Achillessehnenverletzungen ist unter Umständen eine Sehnenverlagerung oder –verpflanzung notwendig. Bei einem knöchernen Ausriss der Achillessehne aus dem Fersenbein wird das abgerissene Fersenbein verschraubt.